Tag Archiv für Energiewende

Wenn selbst die Energieriesen nicht mehr an den Engpass glauben…

…dann kann es doch so schlecht um die oft als unverantwortliches Wagnis kritisierte Energiewende nicht stehen. Entsprechend ermutigend ist die Ankündigung von EOn und RWE, auf den Bau weiterer Kraftwerke zu verzichten. Als Begründung gab ein Konzernsprecher von EOn folgendes zu Protokoll:

Der europäische Markt braucht bis 2020 über die derzeit laufenden Projekte hinaus keine neue Kraftwerkskapazität.

Vielmehr gäbe es trotz des deutschen Atomausstiegs in Europa Überkapazitäten, wofür auch der Großhandelspreis von 50 Euro pro Megawattstunde, tiefster Stand seit zwei Jahren, spräche. Neue Gaskraftwerke würden sich aber erst ab einem Preis um die 75 Euro lohnen.
Wie schön, dass wirtschaftliche Erwägungen auch einmal der Wahrheitsfindung – und in diesem Fall der Zukunft erneuerbarer Energien – dienen können.

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Wetten, dass es(sen) teuer wird?

Wie wir berichteten, erwähnte die Financial Times Deutschland jüngst hinsichtlich der hiesigen Energiewende die mit ihr einhergehende Chance,

einen Finanzsektor auf das Maß zurückzuschrumpfen, das seinem gesellschaftlichen Mehrwert und Ziel entspricht: reale Investitionen in eine schönere Zukunft zu finanzieren.

Umso erstaunlicher ist der aktuelle Leitartikel der Zeitung über die Dürre in den USA, der fordert angesichts der Rekordpreise für Getreide und Mais „nicht irgendwelche Spekulanten, die Angebot und Nachfrage manipulieren“ in die Verantwortung zu nehmen. Sie tauchten,

-wie die bösen „Märkte“- als vermeintliche Verursacher immer dann auf, wenn man lieber irgendwelche fremden Schuldigen ausmachen will, statt eigene Fehler einzugestehen.

Ungeachtet der Tatsache, dass man nicht Verursacher sein muss, um an etwas maßgeblich beteiligt zu sein, wäre der Begriff der „fremden Schuldigen“ an sich eine sehr gute Beschreibung für Händler, die aus fernen Ländern auf Preise von Rohstoffen wetten, die sie selbst nie in den Händen halten werden.

Interessant dürfte für die Financial Times Deutschland auch sein, dass die zweite große deutsche Wirtschaftszeitung, das Handelsblatt, vor ein paar Monaten einen Artikel mit einer ganz anderen Geschmacksnote im Programm hatte und diesen auch ziemlich plakativ mit „Die Rohstoff-Zocker“ betitelte.

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Öko-Fakt der Woche (11.03.2012)

Ein Jahr nach Fukushima – das Klima hat sich verändert

Wäre soetwas vor einem Jahr, vor der Natur- und Atomkatastrophe in Japan, die zahlreiche Menschen das Leben kostete, möglich gewesen?
In der aktuellen Ausgabe der Financial Times Deutschland, schließt der Chefökonom der Zeitung seine Kolumne zur deutschen Energiewende mit folgender progressiven Aussage von Carlo Jager, Forscher am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung:

[Jaeger sagt], das Risiko der bislang eher planlosen deutschen Energiewende liege ja auch darin, in zehn Jahren dazustehen als Negativbeispiel dafür, wie ein CO2-Abbau ohne Atomenergie im Desaster endet. Die Chance ist, damit zu glänzen, nicht nur den Atomausstieg hingekriegt und CO2 abgebaut zu haben, sondern ganz nebenbei auch noch viel Geld, das bisher zwischen Banken hin- und herschuckelte, in sinnvolle Dinge umzuleiten. Und einen Finanzsektor auf das Maß zurückzuschrumpfen, das seinem gesellschaftlichen Mehrwert und Ziel entspricht: reale Investitionen in eine schönere Zukunft zu finanzieren.

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Letzte Aktualisierung: 6. November 2017
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